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Bund der Steuerzahler mischt mit

Noch mehr lustige Unterstützung

MZ: Bund der Steuerzahler schaltet sich ein

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Kleine Sammlung an Links zu Artikeln und dem WDR-Lokalzeit-TV-Beitrag über uns:

MZ: Zum Kaffee bei den Hausbesetzern

MZ: Hausbesetzer setzen auf Dialog statt Räumung

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2. Pressemitteilung: Die ersten Tage im neuen Zuhause in der Grawertstraße 34

Die ersten Tage im neuen Zuhause in der Grawertstraße 34
Gemeinsames Feiern und Begegnungen in der Nachbarschaft

Am Freitag, den 25.03.2011 ist eine Gruppe von Menschen in die Grawertstraße 34 gezogen, um dort gemeinschaftlich zu leben und Raum für Begegnungen zu schaffen. Die Grawertstraße im Norden von Münster besteht aus zwei Hausreihen mit über 40 Familienwohnungen. Ursprünglich sind sie vom britischen Militär genutzt worden, inzwischen stehen sie aber seit Jahren leer. Dennoch werden alle Häuser beheizt, die Wasserleitungen funktionieren, die großen Gartenflächen werden gemäht und das alles soll sich bis 2018 nicht ändern. Als Erklärung gibt die Bundesimmobilienanstalt bindende Nutzungsverträge mit dem britischen Militär an.

Gerade im Zusammenhang mit der großen Nachfrage nach günstigem Wohnraum in Münster erscheint der Leerstand absurd. Aus der Empörung wurde die Idee geboren, diesem Zustand entgegenzuwirken. Mit dem erfolgreichen und reibungslosen Einzug am gestrigen Freitag wurde damit begonnen.

Direkt nach ihrem Einzug haben die Bewohner_innen der Grawertstraße 34 den persönlichen Kontakt zu ihren neuen Nachbarn gesucht. Herzlich eingeladen wurde gleich zum Nachbarschaftscafé an diesem Sonntag um 15:00 Uhr und das vielfältige Veranstaltungsprogramm für die nächste Woche wurde verteilt. Zur großen Freude beurteilen die anliegenden Nachbarn die neue Nutzung der Häuser größtenteils sehr positiv. „Endlich kehrt wieder Leben in die Geisterstadt“ zurück, ein Umstand, der sofort mit Keks-, Decken- und Kopfkissenspenden unterstützt wurde.

Bereits am Freitag kam es zu einer ersten Unterhaltung mit dem zuständigen Beamten der Polizei. Während des von den Bewohner_innen der Grawertstraße als sehr konstruktiv empfundenen Gespräches wurde über die Perspektive der Nutzung des Wohnraumes beratschlagt. Nach einem hoffentlich ruhigen Wochenende wird sich die Polizei am Montag wieder melden.

Freitag Abend fand die „Einwohnungsparty“ statt. Etwa 100 Menschen feierten fröhlich den Einzug in die Räume des noch leeren Hauses.

Am heutigen Samstag Morgen kam die Military Police in der Grawertstr. 34 vorbei, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Zu diesem Zweck dokumentierten die beiden Militärpolizisten den äußeren Zustand des Hauses fotografisch, bedankten sich für die Kooperation und verabschiedeten sich daraufhin wieder.

Unterdessen hat sich die Hälfte der Gruppe heute nach Köln aufgemacht, um dort gegen die weitere Nutzung von Atomenergie zu demonstrieren. Die andere Hälfte hat alle Hände voll damit zu tun, die noch kahlen und unmöblierten Räume wohnlich und gemütlich auszustatten. Zwischendurch kommen Nachbarn und Familien und erkundigen sich interessiert, ob nun bald die Häuser und Garagen wieder zur zivilen Nutzung frei wären – der Bedarf nach Wohnraum ist spürbar vorhanden.

1. Pressemitteilung: Grawerstraße jetzt wieder bewohnt

Jahrelanger Leerstand bei prekärer Wohnungslage in Münster hat nun ein Ende. Am heutigen Freitag ist eine Gruppe von Menschen in zwei Häuser der Grawertstraße eingezogen. Sie möchten dort leben, um sich gemeinschaftlich mit sozialen, ökologisch nachhaltigen, hierarchie- und gewaltfreien Lebensformen auseinanderzusetzen, um diese im Alltag aktiv zu gestalten.

In Münster ist es gerade für finanziell nicht gut ausgestattete Menschen schwer, eine Wohnung zu finden, erst recht für ein Wohnprojekt mit vielen Menschen. Jedes Jahr im Oktober verschärft sich die Wohnungslage dramatisch. Bezahlbare Mieten sind, vor allem im Innenstadtereich, eine Seltenheit. Die jetzigen Bewohner_innen der Grawertstraße haben lange gesucht, aber nichts Passendes gefunden und sind deshalb in die seit Jahren leer stehenden Gebäude gezogen.

Die Gruppe sieht sich nicht nur als Bewohner_innen, sondern möchte auch einen öffentlichen Raum schaffen, in dem menschliche Begegnungen und offener Austausch möglich sind. Deswegen laden die Bewohner_innen zu verschiedenen Veranstaltungen kultureller, politischer, sozialer und kulinarischer Natur ein. Neben einem regelmäßigen Nachbarschaftscafé an jedem Sonntag um 15:00 wird es an jedem Donnerstag von 15-17:00 ein offenes und kostenloses Angebot für Nachhilfe bzw. Hausaufgabenhilfe durch junge Student_innen geben. Das komplette Veranstaltungsprogamm für die nächste Woche ist auf www.grawertstrasse.blogspot.de zu finden.

Heute Abend findet ab 19:00 Volxküche statt, bei der man leckeres veganes Essen gegen eine geringe Spende bekommen kann. Dazu haben die Bewohner_innen auch persönliche Einladungen an die direkten Nachbarn ausgesprochen. Im Anschluss gibt es eine kleine und alkoholfreie Einweihungsparty.

In Zukunft möchte die Gruppe unter anderem einen Gemeinschaftsgarten gründen, um mit ökologischen Anbaumethoden zu experimentieren, handwerkliche Kurse und Vorträge anbieten und vieles mehr. Langfristig wünschen sich die Bewohner_innen, dass die gesamte, noch verlassene, Grawertstraße wieder mit buntem Leben gefüllt ist.