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Gespräch über die Nutzung der Häuser der Grawertstraße mit der Wohn+Stadtbau

Hallo liebe FreundInnen der Grawertstraße,

seitdem wir in Haus Nummer 34 der Grawertstraße gewohnt und gelebt haben, ist viel passiert. Die Briten verzichteten auf ihr Nutzungsrecht und die BImA verkaufte die Häuser gewinnbringend und unter keinerlei sozialen Gesichtspunkten. Aber auch die Wohn + Stadtbau hat vor kurzem etwa ein Drittel der Häuser gekauft, genauer gesagt zehn Häuser. Es bleibt die Frage, wie diese Häuser in Zukunft genutzt werden. Wir haben nun zum letzten Mal die Möglichkeit, Einfluss auf die Art der Nutzung zu nehmen, denn Helga Bennink, Aufsichtsrätin der Wohn + Stadtbau und Ratsfrau der Grünen, ist bereit, sich mit uns zu einem Gespräch zu treffen. Nach einiger Diskutiererei, ob wir uns auf das Gespräch einlassen wollen, haben wir uns letztendlich dafür entschieden. Das Gespräch findet am 29.9. statt. Für das Gespräch haben wir ein Konzept vorbereitet. Es soll einen Rahmen für Ideen liefern, die umgesetzt werden könnten. Wir werden euch über die Ergebnisse des Gesprächs und weiter Ereignisse auf dem laufenden halten.
Die Bewohner_innen der Grawertstraße

KONZEPT FÜR DIE GRAWERSTRAßE – Stand September 2011
(Einbeziehen der MieterInnen der anderen Häuser in der Umgebung, basisdemokratisches Entscheiden)
Höhe der Miete, Mietverhältnis:
1) Eine geringe Miete unter dem ortsüblichen Mietpreis soll sozial und ökonomisch schlechter gestellten Menschen ermöglichen, relativ zentrumsnah in der Grawertstraße zu leben.
2) Die Ermittlung des Mietpreises findet selbstbestimmt und solidarisch durch die zukünftigen MieterInnen statt. Sie geben dafür die mögliche Höhe ihres monatlichen Beitrags zur Gesamtmiete an. So besteht die Möglichkeit, dass sich Menschen mit unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten gegenseitig unterstützen. Wenn die Höhe der Gesamtmiete nicht ausreicht, werden weitere Runden zur Ermittlung der Miete angesetzt, bis es zu einer Einigung zwischen den MieterInnen und der Wohn + Stadtbau kommt.
3) Die Höhe der Miete, sowie der Grad der Selbstverwaltung und Selbstbestimmung werden schriftlich verankert. So wird freier und alternativ nutzbarer Wohnraum sichergestellt und die BewohnerInnen der Grawertstraße werden vor Gentrifizierung geschützt. Diese Verbindlichkeit wird durch eine Satzung geschaffen, die vom Stadtrat unterstützt wird.
4) Mögliche weitere Bestandteile der Selbstverwaltung:
a. regelmäßige Mieterversammlung
b. Vetorecht z.B. bezüglich neuer BewohnerInnen

MieterInnen-Auswahl (in der Verantwortung der zukünftigen BewohnerInnen, basisdemokratisch):
1) Gemeinsame Ermittlung,basisdemokratisches Entscheiden
2) Angestrebte Heterogenität der BewohnerInnen (i. B. auf Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, finanziellen Hintergrund, Nationszugehörigkeit)
3) Gefahr der positiven Diskriminierung oder Bildung einer gated community
4) Angestrebte Wohnformen
a. generationenübergreifend
b. inklusiv und integrativ
c. alternative Wohnvorstellungen
d. Familien, WGs, Einzelpersonen usw.

Nutzung der Räume:
1) Es wird ein Raum zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Art der Nutzung wird natürlich von den MieterInnen bestimmt, die die Räume selbst und basisdemokratisch verwalten. Mögliche Ideen:
a. Schaffung von Begegnungs-, Musik-, Ruheräumen, Gästezimmern
b. Treffpunkt für gemeinschaftliche Aktivitäten, Kochen, Austausch, Kinderbetreuung, Weitergabe von Fähigkeiten, Nachbarschaftscafé
c. Kulturelle Nutzung der Räume, Veranstaltungen, Kunst, Musik, Kultur
d. Belebung der Nachbarschaft, Offenheit für alle BewohnerInnen der Straße, des Viertels, der Stadt
2) Gemeinschaftliche Nutzung der Gärten zur Förderung der Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung, alternative Anbaumethoden

Die Häuser:
1) Sanierung zur Erhöhung der Energieeffizienz
2) Verwendung von ökologischen und regional produzierten Materialien bei
der Sanierung und Instandhaltung
3) Verwendung von Ökostrom
4) selbstverwaltetes Hausmeistersystem
5) Autofreie Straße

PM: Grawertstraße: Häuser für die Stadt – Strafe für soziales Engagment

Der Verhandlungstermin am Donnerstag fällt aus! Das Verfahren wurde gegen Auflagen eingestellt. Näheres dazu in Kürze.

Anlässlich der beginnenden Strafprozesse nach der Räumung der Grawertstraße 34 haben wir heute folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Grawertstraße: Häuser für die Stadt – Strafe für soziales Engagment

Als am 25 April 2011 die Grawertstraße bewohnt, besetzt, belebt wurde, wussten viele Münersteranerinnen und Münsteraner nicht einmal, wo diese Straße liegt. Innerhalb kürzester Zeit wurde durch ein breites Kulturprogramm und zahlreiche Veranstaltungen in der Nachbarschaft auf das Problem des jahrelangen Leerstands aufmerksam gemacht. Viele Menschen solidarisierten sich mit den Zielen und der Hoffnung, die über 30 Häuser wieder als Wohnungen zur Verfügung stellen zu können – gerade weil in Münster günstiger Wohnraum sehr knapp ist.

Es war ein großer Erfolg, dass die britische Armee als Mieterin der Objekte innerhalb einer Woche reagierte und die Wohnungen an die Bundesrepublik Deutschland zurückgab. Die bundeseigene Immobilienanstalt, die nun den Verkauf organisiert, wird allein durch den zehn Jahre vorgezogenen Verkauf Millionen an Zinsen gewinnen können. Aber auch die Stadt Münster hat gewonnen, denn viele Politiker haben nun ein aktuelles Problem wieder mehr vor Augen. Was auch durch Presseberichten der letzten Tage zu sehen ist.

Verloren aber haben die Menschen, die die Aktion mitgetragen haben. Der Staat geht mit aller Härte gegen die drei Menschen vor, die am Tag der polizeilichen Räumung zufällig im Haus angetroffen wurden. Sie sollen mit hohen Geldstrafen belegt werden und wären dann vorbestraft. Obwohl selbst der Oberbürgermeister anerkannt hat, dass die Aktion für die Stadt Positives bewegt hat und obwohl der Leerstand für niemandem von Nutzen war, sollen die drei jungen Menschen bestraft werden.
Es handelte sich um eine völlig gewaltfreie Prjekt mit stets offenen Türen, es wurde zusammen mit vielen Interessiertenn nach sinnvollen und langfristigen Nutzungskonzepten gesucht und Gesprächsbereitschaft in alle Richtungen gezeigt. Jetzt wäre es an der Zeit für Solidarität und ein öffentliches Bekenntnis, dass sozial engagierte Menschen nicht kriminalisiert werden dürfen.
Am Donnerstag den 14.Juli findet um 10 Uhr die erste Hauptverhandlung (Amtsgericht Münster, Gerichtsstraße 2-6, 1. Etage, Gerichtsaal 217B) in diesem Zusammenhang statt.
Alle Interessierten sind eingeladen dabei zu sein.

P.S.: Die Pressestelle des Gerichts bezeichnet zwischenzeitlich die drohenden Gesamtkosten (Strafe, Prozesskosten, Anwaltskosten) von über 1000 Euro pro Person als „geringe Geldstrafe“.

Freiraumralley

An dieser Stelle ein Hinweis auf eine Veranstaltung unter dem Motto „Wem gehört die Stadt?“ die sich mal anders mit sozialer Ein- und Ausgrenzung in der Stadt Münster beschäftigt. Viel Spaß bei der Ralley am 25. Juni (Treffpunkt 14 Uhr vorm AStA-Häuschen).

Mehr Informationen: www.grevener.blogsport.de

Zukunftstag zur Grawertstraße

Wir wollen nicht dabei zusehen, wenn die Häuser der Grawertstraße von der BImA zu marktüblichen Preisen verkauft werden. Münster braucht sozialen Wohnraum, der offen gestaltbar ist und bleibt. Deswegen sind alle Menschen herzlich zum Zukunftstag der Grawertstraße am 15.5.2011 in die Brücke, Wilmergasse 2 eingeladen. Von 11 bis 16 Uhr soll mit allen Anwesenden
diskutiert, beratschlagt und informiert werden. Wie geht es mit der Grawertstraße weiter? Was für Möglichkeiten stehen uns offen, um die Häuser sozial und verschiedenartig nutzbar zu machen? Wie ist der aktuelle Stand bei den Britischen Streitkräften und der BImA?
Kommt gerne vorbei, auch wenn ihr es nur für ein Stündchen schaffen solltet.

Ostereiersuche und Zukunftstag

Hallo, wir sind immer noch aktiv.
Wir planen im Moment einen Zukunftstag für Sonntag, den 15. Mai, von 11Uhr bis 16 Uhr, im internationalen Zentrum „Die Brücke“, Wilmergasse 2.
Da soll es darum gehen, wie konkret Projekte für die Grawertstraße umgesetzt werden könnten, von der Gründung einer Genossenschaft über Finanzierung beispielsweise durchs Mietshaussyndikat oder die Gemeinschaftsbank, sollen verschiedene Möglichkeiten, teilweise mit Referent*innen vorgestellt und ausdiskutiert werden. Wir freuen uns über Ihre und Deine Beteiligung!
Das genaue Programm wird nächste Woche bekannt gegeben.

Ansonsten organisieren wir am Sonntag 8. Mai um 16 Uhr eine feierliche Ostereiersuche in den Gärten der Grawertstraße. Kommt vorbei und bringt Kuchen, Getränke und Sitzgelegenheiten mit.

Angekündigt sei hier auch schon mal eine Fahrrad-Ralley zur Stadtumstrukturierung am 25.Juni.