Politik und Nachbar_innen

Es gibt weitere Unterstützung, eine Pressemitteilung von den LINKEn, die sich hier in voller Länge nachlesen lässt. Darin heißt es unter anderm

„Dass eine friedliche Nutzung eines ungenutzten Gebäudes derartig kriminalisiert wird, ist schwer zu vermitteln,“ betont Sprecherin Iris Toulas. „Eine schnelle Lösung für die BewohnerInnen und eine Rücknahme der Strafanzeige ist in Anbetracht der breiten Sympathiebekundungen für ein solches Projekt auch für die Politik angezeigt.“

Bereits letzte Woche schrieben Nachbarn aus der Sibeliusstraße einen Brief an die BImA:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit zwei Wochen ist ein Haus in der Grawertstraße belebt. Als Nachbarn freuen wir uns sehr darüber. Es ist wirklich nicht besonders angenehm, über Jahre auf dem Weg nach Hause durch eine ausgestorben wirkende Siedlung gehen zu müssen. Auch Besucher sprachen uns immer wieder darauf an, wie gespenstisch sie den Weg zu uns fanden.

Wenn man weiß, wie viele Familien und Studierende in Münster vergeblich bezahlbaren Wohnraum suchen, so ist dieser jahrelange Leerstand von so vielen Wohneinheiten wirklich ein Skandal!
Es wurde also höchste Zeit, dass sich jemand dieses Missstandes annahm, eine breitere Öffentlichkeit von diesem Problem erfahren konnte und dass beispielhaft und konkret gezeigt wird, wie eine Nutzung der Häuser aussehen kann.

Nun begegnen uns freundliche, offene junge Menschen, die den Kontakt zur Nachbarschaft suchen und die ein attraktives und sehr einladendes Kulturprogramm auf die Beine stellen. Wir empfinden das als ausgesprochene Bereicherung unseres Viertels und wünschen uns, dass auch die anderen leer stehenden Häuser der Grawertstraße endlich wieder bewohnt werden.

Da die Britischen Streitkräfte nun die Häuser zurückgegeben haben, ist jetzt der Zeitpunkt, um die Weichen richtig zu stellen: für guten und preiswerten Wohnraum statt Vermarktung um jeden Preis. Bei einem Besuch in dem bewohnten Haus konnten wir uns davon überzeugen, dass es gut geeignet ist als Wohnraum für Lebensgemeinschaften oder auch für Familien.

Wir fordern Sie auf: Verhandeln Sie mit den Bewohner/innen der Grawertstraße über die weitere Nutzung des Hauses! Entwickeln Sie Konzepte, die eine sozialverträgliche Nutzung der weiteren Häuser der Grawertstraße sicherstellen! Es gäbe einige Möglichkeiten, die Häuser in der Grawertstraße für Menschen mit begrenzten finanziellen Mitteln verfügbar zu machen. Wir können uns vorstellen, dass z. B. das Studentenwerk oder der Wohnungsverein von 1895 e. V. hier geeignete Partner sein können. Der Arbeitskreis „Zukunft der Grawertstraße“ entwickelt zur Zeit weitere Ideen. Nutzen Sie die Fantasie der Bewohner/innen der Grawertstraße und der Nachbarschaft!

Ziehen Sie die Strafanzeige zurück! Respektieren Sie die Belebung der Grawertstraße!

Mit freundlichen Grüßen, xxx