Solidaritätserklärungen

Immer wieder erreichen uns Ermunterungen, weiter zu machen, längere und kürzere. Wir freuen uns darüber. Hier dokumentieren wir einen längeren Brief aus der Frauenstraße 24.

Solidarität mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Grawertstrasse 34!

Der Kulturverein Frauenstrasse 24 e.V. erklärt sich mit den Besetzerinnen und Besetzern der Grawertstr. 34 solidarisch.

Die Frauenstraße 24 ist ebenfalls aus einer Hausbesetzung hervorgegangen und hat es geschafft, diese im Laufe von 10 Jahren schwierigster Auseinandersetzungen zu legalisieren. Das Kulturzentrum F24 ist zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution in Münster geworden. 21 StudentInnen haben in diesem Haus dauerhaft über mehrere Studentengenerationen eine Bleibe gefunden. Auch damals waren es junge Menschen, die Schwierigkeiten hatten, bezahlbaren Wohnraum in Münster zu finden. Der Verein Frauenstraße 24 hat es sich aus diesem erfolgreichen Abwehrkampf heraus zur Aufgabe gemacht, sich für bezahlbaren Wohnraum in Münster einzusetzen.

Wir hoffen dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die Vertreter der Britischen Streitkräfte das notwendige Fingerspitzengefühl haben, ein positives Ende des Leerstandes einvernehmlich mit den jetzigen BesetzerInnen herbeizuführen. Statt das Gespräch mit den BesetzerInnen zu suchen und mit Ihnen gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, haben die jetzigen Eigentümer erst einmal mit der juristischen Keule argumentiert. Dabei sollten wir uns freuen, dass es immer wieder junge Menschen gibt, die sich für soziale und politische Dinge unbefangen einsetzen. Das ist auch immer wieder Garant, für die Lebendigkeit dieser Stadt.

Aus den Kontakten im Verein und mit vielen Menschen insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund wissen wir, wie schwer es sein kann, preiswerten Wohnraum in Münster zu finden. Ein Leerstand, sei er auch nur vorübergehend, ist nicht zu dulden. Die Stadt Münster mit seinem Oberbürgermeister Lewe sollte hier eindeutig Partei ergreifen, statt zuzulassen, dass die Menschen, die den Finger in die Wunde legen kriminalisiert werden.

Die CDU hat in den letzten Wochen schon so manch überraschende Wendung vollzogen, dagegen wäre die Unterstützung der HausbesetzerInnen nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Offensichtlich ist dies auch im Interesse der NachbarInnen, die sich über die Belebung nach jahrelangem Leerstand freuen.
Auch nur daran zu denken, dass die BesetzerInnen die Häuser mit voll aufgedrehten Heizungen bezugsfertig vorgefunden haben, macht deutlich wieviel Geld hier verschwendet wurde.

Wir wünschen den Besetzerinnen und Besetzern weiterhin viel Kraft und Durchhaltevermögen. Freiräume müssen erkämpft und erstritten werden, jede Generation muß darin Ihre eigenen Erfahrungen von Gemeinschaft und Widerstand machen.

Der Kulturverein Frauenstraße 24 e.V. will Euch dabei mit Rat und Tat unterstützen und wünscht Euch viel Glück bei der Erreichung Eurer Ziele.

Gez.
Kulturverein Frauenstraße 24 e.V.
Der Vorstand

Eine andere Zuschrift:

Hallo ihr! Vielen herzlichen Glückwunsch zu allem und sechs Daumen hoch für euer
Engagement und eure Kraft, das Projekt anzugehen und so weit durchzustehen! Ganz
ganz liebe Grüße und wir kommen natürlich auch bald vorbei!

Und noch ein Foto aus der Hafenstraße:
Solidaritätserklärung in der Hafenstra�e