Archiv für März 2011

+++ Anzeige +++ Verhandlungen! +++ Plenum um 19:00 Uhr +++

Heute morgen haben wir erfahren, dass die Bundesimmobilienanstalt (BImA) Anzeige gegen uns erstattet hat und am Nachmittag meldete auch Antenne Münster, dass sich die Münstersche Polizei mit der Anzeige beschäftigt.

Nach einem turbulenten Tag und unzähligen Anrufen ist es uns gelungen, persönlichen Telefonkontakt sowohl mit der BImA als auch mit den Britischen Streitkräften aufzunehmen. Beide Stellen waren sehr freundlich und obwohl sich bislang von diesen Stellen niemand mit uns in Verbindung gesetzt hatte, wurde unserem Standpunkt offen Gehör geschenkt. Im persönlichen Kontakt wurde sogar deutlich, dass die Aktion Verständnis hervorruft und eine lebendige Grawertstraße von allen Seiten gewünscht ist! Es wurden ebenfalls ein persönliches Treffen mit Austausch als auch eine mögliche Zurücknahme der Anzeige in Aussicht gestellt.

Wir arbeiten also mit Hochdruck weiter an dem positiven Kontakt und freuen uns, wenn ihr weiterhin mit uns gemeinsam klar macht, dass die Grawertstraße lebendig bleiben muss!

Deshalb laden wir für heute um 19:00 Uhr zu einem großen Plenum mit Informationsaustausch und der Beratung über das weitere Vorgehen ein!!

Noch einmal betonen möchten wir, dass wir uns bei allen Aktionen rund um die Grawertstraße für eine absolut friedliche Herangehensweise einsetzen! Wir bewohnen friedlich und umsichtig ein Haus, das sich sehr darüber freut, endlich wieder jemanden in den Räumen zu hören. Die Nachbar_innen schätzen die lebendige Nachbarschaft und die positive Energie der Bewohnung ist in den letzten Tagen stetig gewachsen.
Gestern Abend fand das erste Treffen des Arbeitskreises „Zukunft der Grawertstraße“ statt und wir entwickeln bereits Träume und Pläne für die gemeinschaftliche, ökologische und soziale Nutzung der Geisterstraße! Sei dabei!

Solidaritätserklärung mit dem autonomen Zentrum in Köln

Nicht nur in Münster versuchen Menschen Kulturangebote für Leute mit wenig Geld und abseits des Mainstreams zu organisieren. Deshalb erklären wir uns solidarisch mit den Besetzer_innen des Autonomen Zentrums in Köln und haben folgende Mail zur Unterstützung verschickt:

Liebe Leute im Autonomen Zentrum Köln,

wir freuen uns, dass ihr so lange schon ein autonomes Zentrum aufgebaut habt. Wir können leider nicht kommen und euch bei der Verteidigung eures Zentrums helfen, weil wir hier in Münster gerade selbst einen neuen Raum genommen haben. In der Grawertstraße in der Nähe von Münster-Coerde steht seit Jahren ein ganzer Straßenzug leer, also sind wir am vergangenen Freitag eingezogen.
Es ist ein Unding, dass ihr jetzt, nachdem ihr fast ein Jahr kulturelle und politische Veranstaltungen selbstorganisiert auf die Beine gestellt habt, geräumt werden sollt. Unabhängig organisierte Kultur ist gerade für Menschen mit kleinem Geldbeutel und Menschen, die sich jenseits des Mainstreams bewegen wollen, von großer Bedeutung. Deshalb versuchen wir auch ein soziales, politisches und kulturelles Programm auf die Beine zu stellen. Wir möchten, dass alle Räume, die so etwas ermöglichen, erhalten bleiben. Autonome Zentren für alle!
Wir wünschen euch bei der Verteidigung des Zentrums ganz viel Glück und Erfolg und sind in Gedanken bei euch.

Solidarische Grüße,
die Bewohner_innen der Grawertstraße

3. Pressemitteilung

Grawertstraßen-Bewohner_innen suchen Kontakt zu Eigentümer_innen und setzen ihr Kulturprogramm fort

Seit vergangenem Freitag leben in der ansonsten leer stehenden Grawertstraße junge Menschen, weil sie keine günstigen Wohnungen finden und auf den Leerstand in Münster hinweisen wollen. Der Mangel an günstigem Wohnraum ist für viele Menschen in Münster, egal ob alt oder jung, spürbar. „Dabei gibt es viele Leute, die es noch viel schwieriger haben als wir, eine Wohnung zu finden, zum Beispiel Flüchtlinge.“, so ein Bewohner der Grawertstraße, „Wir möchten zusammen leben, ökologische Projekte verwirklichen und eine Plattform für politische Diskussionen und soziale Angebote bieten.“

Die Bewohner_innen der Grawertstraße bemühen sich weiter den Kontakt mit der britischen Armee und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) auszubauen. In einem telefonischen Gespräch mit einem Vertreter der britischen Armee wurde mitgeteilt, dass die Armee „nicht zuständig“ sei. Ein direkter Kontakt mit der BImA war der Gruppe der Grawertstraße bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Um den Dialog weiter in Gang zu bringen wurden nun Briefe an die britische Armee und die BImA verschickt. Bei Anfragen an die BImA durch Nachbar_innen und durch die jetzigen Bewohner_innen vor dem 25.3.2011 erwiderte die BimA, dass die Häuser nicht zu vermieten seien. Bei den Stadtwerken meldete sich die Gruppe aus der Grawertstraße bereits förmlich an und wird den Kontakt weiter ausbauen.

Um Alternativen zu dem Leerstand zu entwickeln und eine künftige, soziale und bunte Nutzung der Grawertstraße zu ermöglichen, fand am Mittwoch ein erstes Treffen der Perspektiven-Arbeitsgruppe statt.
Zu den nächsten Treffen der AG sind alle Interessierten eingeladen. Die Termine werden auf der Homepage www.grawertstrasse.blogsport.de veröffentlicht.

Das Veranstaltungsrogramm wird sich weiter fortsetzen, unter anderem mit kostenlosem Nachhilfeunterricht am Donnerstag, dem 31. März. von 15 bis 17 Uhr, einem weiteren Nachbarschaftscafé am Sonntagnachmittag, sowie einem englisch-deutschen Literaturabend am Dienstag, dem 5. April. Das Haus steht Nachbar_innen und Interessierten weiterhin jederzeit offen.

Briefe an britische Streitkräfte und BImA

Um in Kontakt mit den Eigentümer_innen der Häuser zu treten, haben wir heute Briefe an die britischen Streitkräfte und die BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) verschickt. An die britischen Streitkräfte wandten wir uns über das Internetportal bfgnet.de, da wir keine Emailadresse vom Pressesprecher Mike Whitehurst finden konnten. Die Briefe werden die zuständigen Stellen in den nächsten Tagen erreichen und enthalten als Anhang die Unterstützer_innenliste der Nachbar_innen und Freund_innen der Grawertstraße.

Hier die versandten Briefe:

Dear Sir or Madam from the British Forces,

we have been aware of the abandoned buildings in Grawertstraße for a couple of years. It is a pity that the buildings have been abandoned for such a long time. This disuse of apartments is even more problematic because of the continuous lack of housing possibilities in Münster. Therefore, we have moved into Grawertstraße 34 on Friday, 25/03/2011.
We have checked the meter readings after moving in and will take responsibility for the cost of electricity, gas, and water at the Stadtwerke Münster. Naturally we will take good care of the house.
We received a lot of positive feedback from our direct neighbours and the surrounding neighbourhood. Our neighbours are happy that life has returned to Grawertstraße. They have expressed this at our neighborhood-café on last Sunday. They all support us and wish, as we do, that all houses in Grawertstraße will be used and lived in again (see petition).
Many other people support us because they, too, have interest in renting or buying the houses of Grawertstraße.
We are very much looking forward to hear from you and wish that we will be able to engage in a constructive contact in order to begin with negotiations concerning the future use of Grawertstraße.
This letter and the petition will be sent to you via post as well.

Yours sincerely,
the Bewohner_innen of the Grawertstraße

Sehr geehrte Damen und Herren der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben,

wir haben seit langer Zeit beobachtet, dass die Gebäude in der Grawertstraße leer stehen. Es ist sehr schade, dass, gerade in der heutigen Zeit, in der kontinuierlicher Wohnraummangel herrscht, diese Gebäude durch Nichtnutzung verloren gehen. Deshalb sind wir am Freitag, den 25.03.2011 in die Grawertstraße 34 eingezogen.
Wir haben die Zählerstände direkt beim Einzug abgelesen und werden für die Kosten für Strom, Gas und Wasser bei den Stadtwerken Münster aufkommen. Selbstverständlich behandeln wir den Wohnraum pfleglich.
Von unseren direkten und umliegenden Nachbar_innen haben wir sehr viel positives Feedback bekommen. Sie freuen sich, dass wieder leben in die Grawertstraße eingekehrt ist, welches sie bei unserem Nachbarschaftscafé am letzten Sonntag bekundeten. Sie unterstützen uns und möchten, dass alle Häuser wieder genutzt werden. (siehe Unterschriftenliste).
Auch außerhalb unserer Nachbarschaft gibt es positive Resonanz und weiteres Interesse an den Häusern besteht.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie mit uns in Kontakt treten, um Verhandlungen über eine weitere Nutzungserlaubnis zu beginnen.
Der Brief und die Unterschriftenliste werden Sie noch auf dem Postwege erreichen.

Mit freundlichen Grüßen,
die Bewohner_innen der Grawertstraße

Bund der Steuerzahler mischt mit

Noch mehr lustige Unterstützung

MZ: Bund der Steuerzahler schaltet sich ein